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Operationen an Geschlechtsorganen

Frauen genauso wie Männer können das Bedürfnis verspüren, ihre Geschlechtsorgane zu korrigieren. Bei Frauen handelt es sich meist um Operationen an der Scheide, an kleinen sowie großen Schamlippen sowie um die Rekonstruktion des Hymens. Männer möchten meist die Penisgröße oder das Penisvolumen ändern oder eine Beschneidung durchführen.

Operationen an weiblichen Geschlechtsorganen

Scheidenplastik

Es handelt sich im Allgemeinen um eine Korrektur der Scheide bei Frauen. Der häufigste Eingriff ist die Verengung des Scheideneingangs bzw. der ganzen Scheide, womit teilweise ihre Straffung erreicht werden kann.

Die Behandlung soll das sexuelle Leben der Patientin ermöglichen bzw. verbessern.

Diese Operation wird meist bei Frauen in mittlerem Lebensalter durchgeführt, die bereits gebärt haben und infolge von Geburten und mit zunehmendem Alter die Scheide sowie der Scheideneingang ihre Elastizität verlieren.

Die Behandlung wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert 45 Minuten. Dabei erfolgt im Bereich des Scheideneingangs, an seiner Rückwand, eine Exzision des Gewebes im verschiedenen Umfang (nach Wunsch der Patientin, nach anatomischem Befund usw.) Anschließend wird die Wunde vernäht. Es ist günstiger, die Exzision in einem größeren Umfang durchzuführen und den Scheideneingang dadurch mehr zu verengen, da er sich im Laufe der Jahre meist wieder leicht dehnen kann.

Wird der Schnitt auch an der Scheidenrückwand geführt, in verschiedener Länge, so kann dadurch die gesamte Scheide verengt werden. Diese Operation erfolgt auch in der Vollnarkose und dauert zirka 1,5 Stunde.

Der Eingriff betrifft nicht nur die Schleimhaut, sondern greift auch in die Muskelschicht der Scheidenwand ein. Die Scheidenschleimhaut wird zuerst in erforderlichem (gewünschtem) Umfang herausgeschnitten, anschließend die Muskelschicht der Scheide befestigt und verkürzt und schließlich die Scheidenschleimhaut vernäht. Über den Umfang der Ausschneidung gilt das gleiche wie bei der Korrektur des Scheideneingangs. Bei dieser Operation muss der Chirurg sehr vorsichtig vorgehen und Erfahrungen besitzen, da die Scheide ganz dicht an den Dickdarm angrenzt und es ist die Entstehung einer sog. "Rektovaginalfistel" zu vermeiden.

Bei den beiden Typen von Behandlungen wird resorbierbares Nahtmaterial verwendet. Für einen Monat bis sechs Wochen wird kein Geschlechtsverkehr empfohlen.

Schamlippenkorrekturen

Unter diesem Begriff werden bei Frauen operative Korrekturen kleiner sowie großer Schamlippen verstanden.

Kleine Schamlippen
Die kleinen Schamlippen kommen bei Frauen oft durch die großen Schamlippen durch und erreichen manchmal eine beinahe unglaubliche Größe. Die Operation soll solche austretenden kleinen Schamlippen verkleinern bis fast entfernen. Deren vollständige Entfernung ist jedoch im Hinblick auf Ihre Funktion nicht empfehlenswert.

Die Operation ist meist unkompliziert und kann auch in örtlicher Betäubung, Analgosedation sowie ggf. in Vollnarkose erfolgen. Wir verwenden resorbierbares Material und ungefähr einen Monat lang empfehlen wir keinen Geschlechtsverkehr.

Große Schamlippen
Mit zunehmendem Alter schwindet das Fettgewebe und sinkt die Hautelastizität, womit die großen Schamlippen ihre Fülle verlieren und atrophieren.

Es gibt mehrere Korrekturmöglichkeiten:

  • Das Ausfüllen der großen Schamlippen mit körpereigenem Fettgewebe. Die Prozedur ist meist öfters zu wiederholen, da das eigene Fettgewebe - in Abhängigkeit von der Frequenz der sexuellen Aktivitäten - sehr schnell abgebaut wird.
  • Hautentfernung an großen Schamlippen, wobei der Schnitt auf deren Innenseite zu den kleinen Schamlippen hin geführt wird.
  • Kombination beider Methoden.

Alle Operationen können unter örtlicher Betäubung, besser jedoch in Analgosedation oder in Vollnarkose erfolgen.

Hypertrophe (übermäßig große) große Schamlippen
Meist bei jüngeren Frauen, auch hier bieten sich mehrere Korrekturmöglichkeiten an:

  • Liposuktion.
  • Verkleinerung durch Operation, wenn der Schnitt ähnlich wie bei der Hautenfernung atrophischer Schamlippen geführt wird.
  • Kombination beider Methoden.

Hymenoplastik – Rekonstruktion des Hymens

Über Motiven, die Frauen zur Entscheidung für diese Operation führen, könnte vieles geschrieben werden.

Es gibt mehrere Methoden, jedoch handelt es sich nie um eine echte Rekonstruktion des Hymens. Immer geht es grundsätzlich um eine Operation, die den einzigen Zweck hat – und zwar, dass beim Geschlechtsverkehr Blutung einsetzt und der Mann dadurch das Gefühl bekommt, er wäre der Erste für seine Partnerin.

Meist wird bei dieser Operation an der Scheidenwand ein dünnes und kurzes Läppchen der Schleimhaut präpariert (ca. 1/3 der Scheidenbreite) und an die gegenüberliegende Scheidenwand ganz leicht angenäht. Die Scheide wird dadurch noch für den Abfluss des Menstruationsbluts durchgängig, aber gleichzeitig kommt es beim Geschlechtsverkehr zu der gewünschten Blutung.

Die Operation ist für einen erfahrenen Chirurgen nicht besonders anspruchsvoll und sollte unter Vollnarkose durchgeführt werden.

Operationen an männlichen Geschlechtsorganen

Vorhaut

Beschneidung – Zirkumzision
- vollständige Entfernung der Vorhaut am Penis, wobei die Vorhaut insoweit entfernt wird, dass die Eichel freigelegt ist. Die vernähte Operationswunde verläuft unter der Eichel.

Die Gründe für die Beschneidung sind meist:

  • Rituell – religiös (Juden)
  • Gesundheitlich – nur selten ist die Beschneidung in einem solchen Umfang aus
    gesundheitlichen Gründen erforderlich, siehe Punkt 2.

Sog. Burian-Plastik
- unvollständige Entfernung der Vorhaut, die mit der Erweiterung der Vorhautöffnung für die Eichel kombiniert wird.

Diese Vorgehensweise wird meist dann angewandt, wenn die Operation aus gesundheitlichen Gründen durchgeführt wird:

  • Vorhautverengung (Phimose – die Vorhaut kann nicht über die Eichel zurückgeschoben werden – Verengung der Öffnung aus verschiedenen Gründen - Verletzung, chronische Entzündung, eingeboren)
  • Paraphimose (die Vorhaut kann über die Eichel nach vorne nicht gezogen werden, die Eichel wird dabei abgedrückt)

Beide Typen von Operationen können unter Vollnarkose mit einem mehrstündigen bis zum eintägigen Aufenthalt in der Klinik erfolgen. Sie können auch unter örtlicher Betäubung, ambulant erfolgen, der Patient kann die Klinik sofort nach dem Eingriff verlassen. Die Nähte werden aus resorbierbarem Material ausgeführt. Eine drei- bis vierwöchige sexuelle Abstinenz ist erforderlich.

Viele Fragen der Männer sind auf die Möglichkeiten der Penisvergrößerung bzw. –verlängerung gerichtet. Es ist zu bedenken, dass dieser chirurgische Eingriff nicht einfach ist und ziemlich große Risiken von Komplikationen verbirgt. Diese Komplikationen, sofern sie wirklich einsetzen, können bis zur unheilbaren Penisbeschädigung – nicht nur in der anatomischen, sondern auch funktionellen Sicht – führen (Penisdeformationen, Erektionsstörungen usw.)

Penisvergrößerung

Penisverlängerung
- und eventuell auch Penisverdickung. Es handelt sich im Grunde um mehrere Eingriffe, häufig ist deren Kombination vorteilhaft.

  • Am wenigsten invasiv ist die einfache Liposuktion im Bereich der Peniswurzel. Bei dieser Methode ist das Risiko von Komplikationen minimal, fast kein und das Ergebnis zufrieden stellend.
  • Trennung der Ansätze der Penisschwellkörper vom Schambein ist eine andere Methode, jedoch viel rasantere, bei der der Schnitt oberhalb der Peniswurzel geführt wird. Die Trennung der Ansätze der Penisschwellkörper vom Schambein ist jedoch nicht ganz risikolos und kann eine höhere Gefahr der Penisverletzung beim Geschlechtsverkehr zur Folge haben. Die Erektion an sich kann durch diesen Eingriff auch negativ beeinflusst werden, was eine andere mögliche Komplikation dieser Operation ist.

Nach dieser Operation muss eine spezielle Bandage mit Gewicht zur Erhaltung des erreichten Zustandes getragen werden, und dies einige Wochen lang. Ohne diese Bandage könnte sich der Penis während der Heilphase wieder in den ursprünglichen Zustand verkürzen.

  • Vorteilhaft ist die Kombination mit der Liposuktion des Fettgewebes im Bereich der Peniswurzel. Die Vorteile einer Methode können jedoch durch eventuelle Komplikationen der anderen Methode negativ beeinflusst werden.

Penisverdickung
Am günstigsten ist die Verwendung des körpereigenen Gewebes – meist handelt es sich um Fettgewebe:

  • Lipofilling – die schonendste, mit den wenigsten Komplikationen belastete Methode, der kleinste und am kürzesten anhaltende Effekt.

Das Gewebe wird z.B. aus dem Unterbauch abgenommen und mithilfe von Applikationsnadeln in die Penisunterhaut eingespritzt.

  • Coriumfettimplantat – Haut mit Unterhautfett ohne Epidermis wird durch kleine Schnitte in die Penisunterhaut auf seinen Seiten eingebracht.

Dieses Gewebe wird aus dem unteren Gesäßrande – elliptische Ausschneidung des Gewebes aus beiden Seiten – gewonnen. Die Wunde wird hier vernäht und die entstandene Narbe in der Falte unter dem Gesäß verdeckt.

Diese Methode verbirgt ein höheres Risiko der Absterbung des eingepflanzten Gewebes, Vereiterung usw. auf beiden Seiten bzw. nur einseitig. Erforderlich ist eine angemessene Kühlung und Ruheregime für 4-8 Wochen. Der Effekt ist markanter, nachhaltiger.

  • Eine andere Methode stellen verschiedene Schwellkörperimplantate zur Volumen- sowie Funktionsförderung dar, aber dies gehört eher dem Fach der Urologie an.

Immer ist es wichtig eine genaue, vollständige Vorstellung des Patienten über das Ergebnis der Operation zu gewinnen, insbesondere zur Motivation, zu Gründen der Entscheidung für die beabsichtigte Operation. Hierdurch erhalten wir eine Vorstellung, ob die Erwartungen des Patienten erfüllt werden können bzw. ob wir in der Lage sind, eine gewisse Kompromisslösung zu erreichen. Dies gilt jedoch für alle Eingriffe im Bereich der ästhetischen Chirurgie.